Stuhr Architekten

Aktuelle Projekte


Kugelhaus Am Großen Garten


Standort: Gerhart-Hauptmann-Str. 1, 01219 Dresden
Bauherr: Grundbesitzgesellschaft Lenneplatz mbH., Dresden

Kurzbeschreibung:
Städtebauliche Einordnung:
Es ist geplant, ein kugelförmiges Gebäude – ein Kugelhaus - zu errichten. Dabei soll dieses „Kugelhaus“ in seiner äußeren Geometrie und Gestaltung dem bekannten Dresdner historischen Vorbild gleichen. Das markante Grundstück zwischen der Tiergartenstraße und der Gerhart-Hauptmann-Straße bietet sich mit seiner Lage an, eine große Kugelform freistehend als Solitär wirken zu lassen. Die unmittelbare Nähe zum Großen Garten erinnert an die parknahe Lage des historischen Vorbildes. Historisches Vorbild: Das historische Dresdner Kugelhaus wurde 1928 im Rahmen der 7.Jahresschau Deutscher Arbeit „Die Technische Stadt“ als Ausstellungsgebäude errichtet. Durch seine avantgardistische Form war das Kugelhaus zu einem beliebten Ausflugsziel für die Dresdner geworden. Es bestand  10 Jahre, bis es 1938 wieder abgerissen wurde. Trotz der kurzen Bestandszeit ist das Kugelhaus vielen Dresdnern im Gedächtnis geblieben. Es bestand aus einer Stahlskelettkonstruktion mit 8 inneren Tragpfosten, Tragringen, Deckenträgern und den entsprechenden äußeren Meridiansparren. Die Außenhülle war durch Brüstungsbänder gegliedert, die aus aluminiumfarbig beschichteten Stahlblechen bestanden. Am historischen Standort befindet sich heute die VW-Fabrik. Damit wäre eine Lageeinordnung am gleichen Ort nicht möglich.  Das neue Kugelhaus soll nun am Großen Garten neu entstehen. Der über die Hauptallee des Großen Gartens axial gespiegelte alte Standort wird zur neuen Lage der Kugel. Funktion des neuen Gebäudes: Das neue Kugelhaus soll ein touristischer Anziehungspunkt werden. So wird das Gebäude der Öffentlichkeit aus nah und fern zugängig gemacht und ein kleines Stück Geschichte - wenn auch am anderen Standort -  vermittelt. Im Erdgeschoss und 1.Obergeschoss werden Ladenflächen eingeordnet. Das  2., 3. und 4.Obergeschoss soll insgesamt 56 Hotelgäste - in 28 Zimmern – aufnehmen und beherbergen.  Der Empfangsbereich des Hotels befindet sich zusammen mit einem Restaurant im 5. Obergeschoss. Hier bilden das Restaurant, die Rezeption und die Lounge einen 360° umlaufenden Ring, welcher Ausblicke in alle Himmelsrichtungen gewährt. Sämtliche nichtöffentliche Bereiche, die der Versorgung des Restaurants dienen (Küche, Lager, Personalräume) werden im Kern der Kugel angeordnet. Im 6. Obergeschoss befindet sich eine Aussichtsplattform, die über die Aufzüge aber auch direkt vom Restaurant aus erschlossen werden kann. Sämtliche PKW-Stellplätze sind in einer Tiefgarage unter der Freifläche realisiert. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt über die Gerhart-Hauptmann-Straße. Die Erschließung der Ebenen erfolgt über zwei behindertengerechte Aufzüge, die sich im Kern des Gebäudes befinden. Gleichzeitig ist zwischen 1.Obergeschoss und 6.Obergeschoss eine raumsparende   3-läufige Treppe eingeordnet, die die Fluchtwegsfunktion aus diesen Geschossen übernimmt.  Der Laden im 1.Obergeschoss  wird über eine großzügige Außentreppe erschlossen, die frei über eine flache Wasserfläche spannt. Gestaltung: Die äußere Gestaltung des Kugelhauses orientiert sich am historischen Vorbild. So wird das Gebäude mit seinem Durchmesser von 24m und seiner Gesamthöhe von 26,5m  der Geometrie des historischen Kugelhauses genau entsprechen. Die Lagerung der „Kugel“ auf einem gläsernen Sockelgeschoss, die Ausbildung von Brüstungsbändern, die Fensterformate mit ihren Sprossengliederungen, die Dachreling und nicht zuletzt die das Haus prägende Werbeschrift – das heißt,  alle wichtigen, die Gestaltung bestimmenden Elemente, werden in gleicher Weise wiedergebracht. Einzige neue gestaltprägende  Zutat wird eine freitragende Außentreppe sein, die die Zuggängigkeit zum 1. Obergeschoss bzw. auch den Fluchtweg aus den oberen Geschossen gewährt. Die Treppe dockt in der Art einer Gangway leicht an die Kugel an, überspannt eine darunter liegende Wasserfläche und vermittelt den Zeitsprung in die Moderne der 20er Jahre. Die umlaufenden Brüstungsbänder, als auch die seitlich die Fenster begrenzenden Schäfte, werden mit Aluminiumblech beplankt (Aluminium, pulverbeschichtet
RAL 9006 / Weißaluminium). Die Schriftwerbung in den Brüstungsbereichen soll analog dem historischen Vorbild  silber- bis bronzefarben gestaltet werden und in Größe und Schrifttypologie dem Damaligen entsprechen.
Die Dachhaut des Kugelhauses, d.h. die Oberfläche des 6.Obergeschosses wird gleich den Brüstungsbändern in Aluminiumblech (Aluminium, pulverbeschichtet RAL 9006 / Weißaluminium) ausgebildet. Die Fenster zwischen den Brüstungsbändern sind einflüglige Aluminium-Glas-Konstruktionen mit Sprossengliederung. Den heutigen energetischen  Anforderungen entsprechend werden die Fenster mit Thermoisolierverglasung ausgeführt.
Im Sinne einer Gesamtplastik, einer “silbernen Kugel“, wird für die Oberflächenbeschichtung sämtlicher Fenster- und Türprofile, der Dachreling sowie der Außentreppe RAL 9006 / Weißaluminium gewählt – analog der Beschichtung der Brüstungsbänder. Die Stahlbauteile in der Freifläche (z.B. Umwehrung Tiefgaragenzufahrt, Handläufe etc.) werden in einem mittleren bis dunklen Grauton beschichtet (ICOST DB 701 / 704). Konstruktion: Die Tragkonstruktion des Kugelhauses besteht aus einem inneren aussteifenden Stahlbetonkern, einer ringförmigen inneren Stahlbetonstützenreihe (EG/1.//5./6.OG) bzw. einer ringförmigen Stahlbetonschale (2./3./4.OG) und Stahlbetondecken. Die Deckenlasten werden in der Fassadenebene  durch Vertikalrippen – ebenfalls in Stahlbeton gefertigt - geschossweise abgetragen. Das Dachtragwerk im 6.Obergeschoss besteht aus einer leichten Stahlkonstruktion.

Entwurfsplanung: STUHR ARCHITEKTEN
 

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